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Im Gespräch mit dem Planet-Friseur-Reporter spricht J.7 group director Achim Rothenbühler über Trends,
den idealen Stil und seine Visionen.
Planet-Friseur: Wie entsteht eine eigene Frisurenkollektion?
Achim Rothenbühler: Das J.7 artistic team nimmt die Inputs für die Entwicklung der halbjährlich
erscheinenden Kollektionen aus Videoclips, aus der Musikszene, aus Filmen und natürlich aus den internationalen
Trendmagazinen. Ganz wichtig ist aber auch die Beobachtung dessen, was auf der Strasse passiert.
Denn bei J.7 setzen wir nicht auf abgefahrene Trendprognosen, die sich vielleicht in fünf Jahren einmal
durchsetzen könnten. Wir arbeiten mit Trends, die auch wirklich von den Menschen angenommen werden und die wir,
wenn wir sie aufgespürt haben, sehr schnell im Salon umsetzen können.
Planet-Friseur: Und woher kommen die Ideen für die halbjährlichen J.7 Frisurenkollektionen?
Achim Rothenbühler: Die Trendphilosophie von J.7 lautet, internationale Trends umsetzen,
nicht völlig neue Modeimpulse kreieren. Dabei spielt das, was auf den internationalen Catwalks gezeigt wird,
im Gegensatz zu früheren Jahren eine immer geringere Rolle. Bei den verschiedenen Fashionshows werden
gleichzeitig so viele unterschiedliche Trends gezeigt. Jeder Designer baut sich eine ganz eigene Welt auf,
so dass unterm Strich doch immer nur "alles geht" heraus kommt. Wir sehen unsere Aufgabe eher darin,
den typischen J.7 Stil zu aktualisieren und über unsere Bildwelten nach Außen zu kommunizieren.
Planet-Friseur: Viele Menschen suchen nach einem persönlichen Stil und gehen darum zum Friseur.
Wie beraten Sie in dieser Hinsicht Ihre Kunden?
Achim Rothenbühler: Wenn es einen idealen Stil gibt, dann ist er auf jeden Fall immer
eigenständig und sehr authentisch. Es handelt sich dabei nicht um ein Modediktat, das für alle gilt.
Ein idealer Stil ist so wandelbar, dass er ganz individuell zu jedem Menschen passt.
Achim Rothenbühler: Natürlich ist auch mein Weg von verschiedenen Vorbildern geprägt worden.
Entscheidend dabei ist, dass man von ihnen lernt und dann alles daran setzt, eine eigene Identität zu entwickeln.
Man muss aus dem Fahrwasser der Vorbilder heraustreten und zu einem eigenen Stil finden. Internationale Vorbilder
eins zu eins zu kopieren ist dabei keine Lösung. Wenn ich über große deutsche Namen nachdenke,
fallen mir Modelabels wie Jil Sander, Gabriele Strehle und Hugo ein. Den internationalen Durchbruch haben sie
geschafft, weil es ihnen gelungen ist, einen eigenen, unverwechselbaren und damit vielleicht auch typisch deutschen
Stil zu entwickeln. Etwas Ähnliches haben wir auch mit unserem Label realisiert. Schön wäre es,
wenn wir durch unsere kreative Arbeit und unsere unternehmerischen Leistungen irgendwann eine solche Vorbildrolle
für den deutschen Markt zugesprochen bekommen würden.
Planet-Friseur: Gibt es für Sie innerhalb der Friseurbranche Idole?
Achim Rothenbühler: Bei Trevor Sorbie bewundere ich die Gabe, spektakuläre Effekte so einfach wie
möglich herzustellen. Er ist einer der Wenigen, die einen extrem hohen ästhetischen Anspruch mit einer
simplen Technik verbinden können. Ein toller Look entsteht bei ihm mit nur fünf Handgriffen.
Dahinter steckt für mich wirklich großes Können.
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